
Die fünf Elemente und
die Seele
„Vergesst mir ja die
Seele nicht!“
zur Mitte finden mit
Kneipp
„Ich will euch nur aufmerksam machen, daß ihr jeder Zeit
recht vernünftig lebt. Wer lang leben will muß die erste Aufmerksamkeit seiner
Seele schenken, damit diese nicht krank wird; zweitens muß er sorgen, daß der
Leib, soviel als möglich und notwendig ist, im besten Zustande erhalten werde.
Wenn die erste Aufgabe gelöst ist, so sorgt für den Leib!“ (S. KNEIPP,
Öffentliche Vorträge, 4. Band, S. 286)
Untätigkeit schwächt, Übung stärkt, Überlastung schadet
(S.Kneipp)

Bewegung: Opium für
die Seele
Bewegung
hat nicht nur auf den Körper eine außerordentlich positive Wirkung. Auch die
Seele bekommt durch Sport eine dickere Haut: Beim so genannten „Runner’s High“
können Gefühle wie Heiterkeit, Glück, Euphorie und Dankbarkeit ausgelöst
werden. Dieser Zustand beruht auf einer verstärkten Freisetzung des
Neurotransmitter-Botenstoffes Serotonin und auf einer vermehrten Produktion von
Glückshormonen wie Endorphin und körpereigenen Opiaten.
Aber
Bewegung wirkt auch nachhaltig gegen Stress:
Sport
baut Stresshormone ab und vermindert den Empfang von Stress-Boten. Die
Rezeptoren der Zellen reagieren weniger stark auf Hormon-Moleküle, dadurch wird
weniger schnell eine Stressreaktion ausgelöst. Wir bleiben also auch in
Stress-Situationen nachhaltig ruhiger, vielleicht sogar heiter und gelassen.
Um
das zu erreichen, muss man keinen Marathon laufen. 30 Minuten Bewegung täglich -
wenn möglich an der frischen Luft - reichen aus, um präventive Effekte zu
erzielen.
Dabei
ist Sport nicht nur präventiv eine super Droge. Auch im kurativen Bereich von
seelischen Erkrankungen kann Sport Wunder bewirken: Sowohl bei Angst- und
Panikattacken als auch bei leichten Depressionen ist wissenschaftlich belegt,
dass täglicher Sport so hilfreich ist wie Psychopharmaka – und das völlig
nebenwirkungsfrei!
Wenn du merkst du hast gegessen, hast du schon zu viel
gegessen.(S. Kneipp)
Ernährung: Essen für
die Seele

Jeder
kennt das: Fast täglich versuchen wir, durch Essen unsere Stimmung zu
beeinflussen. Manchmal mehr und manchmal weniger bewusst.
Wie
wir essen, das ist allen klar, hat einen großen Einfluss auf unsere Seele und
auf unser Wohlbefinden. Ob wir uns Zeit nehmen, das Essen lustvoll zubereiten
und gemeinsam am Tisch sitzen oder in Hektik alleine etwas zwischendurch
„reinschieben“ macht einen großen Unterschied. Aber auch die Inhaltsstoffe
haben Einfluss auf die Seele, der immer noch erforscht wird. Die
unterschiedlichen Nahrungsbestandteile wirken sich verschieden auf die
Hormonproduktion des Körpers und damit auf unser Wohlbefinden aus.
Zwar
gibt es (noch) kein Lebensmittel, das man gegen Depressionen essen kann, aber
zumindest kann man durch die Wahl der Lebensmittel die Stimmung beeinflussen.
In
den Kohlehydraten steckt eine Vorstufe für das vom Körper produzierte
Glückshormon Serotonin. Der Körper kann aus diesem Stoff das Glückshormon
selber herstellen. Verzichten wir auf
Kohlehydrate, kann der Körper weniger Serotonin produzieren und wir werden
quengelig, antriebslos und leicht reizbar. Auf der anderen Seite schüttet der
Körper bei Nahrungsverzicht ebenfalls vermehrt Glückshormone aus - oft bekannt
als das sogenannte Fastenhoch.
Gleichzeitig
kann eiweißreiche Kost unter Umständen die Serotoninproduktion hemmen.
Aber
auch Fette haben Einfluss auf den Hormonspiegel:
In
Ländern mit hohem Fischkonsum treten relativ wenig Depressionsfälle auf, Grund
dafür sind die im Fisch reichlich enthaltenen, wertvollen Omega-3-Fettsäuren.
Es scheint, dass in Omega-3-Fettsäuren enthaltene Inhaltsstoffe die Herstellung
von Botenstoffen verhindern, die an einer Depression beteiligt sind.
Zusammenfassend
kann man empfehlen, dass man durch eine kohlehydratreiche, proteinarme Kost,
mit zweimal wöchentlich Fisch auf dem Speiseplan und hin und wieder dem
genussvollen Verzehr eines Stückchens Schokolade dem Glück ein bisschen näher
ist.
„Lernt das Wasser richtig kennen und es wird euch stets
ein verlässlicher Freund sein.“
(S. KNEIPP)
Wasseranwendungen:
starke „Reize“
Der Mensch besitzt
ausgeprägte Regulationsmechanismen, mit denen er schnell auf Reize reagieren
kann, um die Homöostase (inneres Gleichgewicht) wiederherzustellen. Dadurch
konnte er sich früher extrem gut an veränderte Umweltbedingungen anpassen.
Heutzutage leben wir in einer künstlichen Umgebung, in der wir kaum noch
natürlichen Reizen ausgesetzt sind. Deshalb braucht der Körper nur noch selten
auf Reize zu reagieren. Es kommt zu einer Reizschwäche oder auch
Verweichlichung des Körpers, die schon Kneipp als Auslöser vieler Krankheiten
betrachtete.
Durch
die Reize der Wasseranwendungen lernt der Körper wieder, adäquat auf Reize zu
reagieren. Das Nervensystem wird stabilisiert. Dadurch stärkt sich die
Widerstandsfähigkeit gegenüber Stressreizen und damit die Stresstoleranz. Man
fährt einfach nicht mehr so schnell aus der Haut.
Vor
allem folgende Anwendungen führen zu einer Stressimmunisierung: Barfußgehen,
Trockenbürsten, Licht- und Luftbäder, Taulaufen, Schneegehen, Wassertreten und
das kalte Armbad.
Hinzu
kommt, dass das Erleben natürlicher Reize weit über das bloße Regulationsschema
des Körpers hinausgeht. Im Erleben, Wahrnehmen und Spüren der Natur und des
eigenen Körpers liegt die Möglichkeit der Achtsamkeit und der Selbstwahrnehmung.
Dadurch können wir uns selbst und unserer Seele wieder neu begegnen.
„Unser Herrgott hat für jedes Leiden ein Kräutlein
wachsen lassen.“ (S. Kneipp)

Kräuter für die Seele
Kräuter
sind wahre Multitalente gegen große und kleine Wehwehchen des Körpers – und der
Seele. Ein Klassiker ist Johanniskraut, das Studien zufolge nachweisliche
Wirkung auf die Seele hat. Es wirkt mild antidepressiv bei depressiven
Verstimmungen, nervöser Unruhe und Angst.
Aber
es gibt weitere Kräuter, die eine Wohltat für die Seele sind: Sie helfen uns,
„runter zu kommen“, „abzuschalten“ und gut ein- bzw. durchzuschlafen. Und sie haben
im Gegensatz zu Medikamenten kein Suchtpotenzial, kaum Nebenwirkungen und
führen auch nicht zum klassischen „Hangover“.
Seelen-Klassiker
sind Baldrian, Hopfen, Melisse, Rosmarin und Lavendel. Eine Wohltat kann eine
Teezubereitung sein, eine schöne heiße Wanne mit Zusätzen oder auch ein
Duftkissen mit getrockneten Kräutern.
Dabei
entfalten nicht nur die „Drogen“ ihre wohltuende Wirkung, sondern auch das
Gefühl, sich etwas Gutes getan zu haben: Die Seele atmet durch.
Erst
als man den Zustand ihrer Seele kannte und da Ordnung hineinbrachte, ging es
mit den körperlichen Leiden auch besser. Sie bekamen mehr Ruhe und
Zufriedenheit, kurz, sie fühlten sich besser." S. Kneipp
Lebensordnung: das
Ich und sein Rhythmus
In
unserer leistungsorientierten Zeit ist vielen Menschen der biologische Rhythmus
zwischen Leistung und Erholung, Anspannung und Entspannung, Schlaf und Wachsein
verloren gegangen. Psychische Störungen nehmen immer mehr zu und haben bereits
ein hohes Maß erreicht. Dauer, Dosis und Form von Stress können die Seele krank
machen. Deswegen ist es wichtig, dass wir präventiv einem Zuviel
entgegenwirken.
Damit
unsere Seele gerne in unserem Körper wohnt, brauchen wir eine Lebensordnung,
die die Seele gesund erhält und nicht überlastet. Lebensordnung kann auch
dargestellt werden mit Lebensführung, Lebenswandel, Lebensstil,
Gesundheitsverhalten und psychische Gesundheit. Dazu gehört eine Zeitgestaltung
mit dem Blick auf einem angemessenen Wechsel von Entspannung und Anspannung,
Aktion und Ruhe, Tag und Nacht. Entspannungsverfahren wie Autogenes Training,
Meditation, Atemtherapie, Muskelrelaxation oder Yoga können unterstützend und
stabilisierend auf die Seele wirken. Außerdem sind positive Leitbilder, klare
Prioritäten, Rituale und ein achtsamer Umgang mit sich selbst von großer
Bedeutung für eine seelische Ausgeglichenheit. Das erfordert ein bewusstes
Achten auf den eigenen Biorhytmus, die innere Stimme und ein Leben im Einklang
mit uns selbst. Leib, Seele und Geist sind eine Einheit. Das sollten wir immer
wieder in unserer Lebensgestaltung berücksichtigen.