
WN 08.Mai 2003
Kinder sollen den Körper bewusster wahrnehmen
Kneipp und Arbeiterwohlfahrt stellten Eltern Projekt vor
Gronau. "Kinder sollen den Körper wieder bewusst wahrnehmen und Gesundheit als höchstes Gut erkennen", so das Leitthema der Auftaktveranstaltung für Eltern, deren Kinder die AWO-Kindertagesstätten besuchen, am vergangenen Dienstag im AWO-Haus. Kneipp-Verein und Arbeiterwohlfahrt hatten eingeladen um das gemeinsame Projekt der kneippschen Gesundheitsbildung zu präsentieren und die Eltern zur Unterstützung zu motivieren..
Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag "Mehr Lebensqualität mit Kneipp", den mit die Fachärztin für Allgemeinmedizin Dr. Anke Grothe hielt. Sie präsentierte zum Einstieg einige Stationen aus dem Leben von Sebastian Kneipp und seiner positiven Selbsterfahrung besonders mit der Wasseranwendung als Ausgangspunkt für die Primärprävention.
"Die ganzheitliche Ansprache des Menschen besteht aus den fünf Kneipp-Fundamenten: Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilkräuter und Lebensordnung", so Dr. Anke Grothe. Und: "Es bietet ein ideales Konzept um die Gesundheit von Kindern zu fördern, den Körper wieder bewusst wahrzunehmen, Gemeinschaft zu erfahren und die Möglichkeit Gesundheit als höchstes Gut zu erkennen."
"Bei den Wasseranwendungen sind es die Temperaturreize, die über die Haut vermittelt werden und positive Reaktionen im Körper auslösen und die Abwehrkräfte steigern", so die Fachärztin weiter. Die Bewegung schaffe Ausgleich, baue Stress ab und führe zu geistiger Entspannung. Gesunde Ernährung könne Krankheiten vermeiden, berichtete sie weiter Ausgewogene und naturbelassene Vollwertkost, seien hier der Schlüssel. Dabei sorgen Obst, Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukte für reichlich Vitamine, Spurenelemente, Ballaststoffe und Mineralien im Körper.
Zur Säule "Heilverpflanzen" verwies sie auf die modernen Nachweisverfahren und darauf, dass die Kräfte der Natur ohne Nebenwirkungen erfolgreich zur Vorbeugung und Heilung eingesetzt werden können. "Die Ganzheitlichkeit und die Einheit von Körper, Seele und Geist ist sehr wichtig und dabei spielt die innere Ordnung beim Lebensrhytmus und der Ausgleich zwischen Spannung und Entspannung eine wichtige Rolle", so Dr. Anke Grothe zum Abschluss ihres lebendigen und mit praktischen Beispielen unterstützten Vortrages.
Bewegung mit Luftballons als praktische Selbsterfahrungsübung mit den Eltern sorgte für positive Stimmung zum Einstieg in das Kurzreferat von Kneipp-Fachübungsleiterin Gaby Hiller. Sie stellte Bewegung als bewusstes Mittel für die erfolgreiche Körper- und Sinneswahrnehmung der Kinder heraus. "Je vielfältiger und abwechslungsreicher die Bewegungsformen und die Übungen, desto gesünder die Selbstentwicklung und die Leistung des Gehirn", so Gaby Hiller.
Stellvertretende Bürgermeisterin Karin Mikosch- Eimann lobte in ihrem Grußwort anlässlich der Projektvorstellung die hochwertige und innovative Programmarbeit des Kneipp-Vereins. "Im Vordergrund steht das Ziel, dass auch Vorschulkinder lernen, ihren Körper wieder bewusst wahrzunehmen " so Karin Mikosch- Eimann. Und: "Ich bin überzeugt, dass durch den engagierten Einsatz aller Beteiligten das Ziel erreicht wird und wünsche den Kooperationspartnern für das gemeinsame Projekt ein gutes Gelingen und eine breite Anerkennung.
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Werner Hölscher vom Stadtverband für Leibesübungen sprach von der Bewusstmacharbeit die das Projekt bei Eltern und Kindern leisten könnte - gerade in Zeiten des Bewegungsmangels. "Kneippsche Gesundheitsbildung kann mit seinen vielen einfachen Mitteln für Kinder ein schönes Geschenk sein", so Vorsitzender Günter Puhe, der die Grußworte des Kneipp-Landesverbandes überbrachte. Zum Abschluss des Abends stellten die Kindergartenleitung ihre Ideen und Gedanken für den Kindergartenalltag vor und ermunterten die Eltern, ihre Wünsche an das gemeinsame Projekt zu formulieren.