
Presseberichte der WN zu den Osteoporose-Wochen 2007:
Auftaktveranstaltung zu Informationswochen stößt auf große Resonanz
-ps- Gronau. „Es sterben mehr Menschen an Osteoporose als an einem Herzinfarkt.“ Diesen Satz sagte Dr. Heiner Woltering als Gast der Talkrunde, mit der am Montagabend im Pfarrer-Thiemann-Haus die Osteoporosewochen des Kneippvereins, der Gleichstellungsstelle und der Vereinigten IKK eingeläutet wurden.
Edith Brefeld, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gronau, begrüßte die trotz des schönen Wetters vielen Besucher. Die Expertenrunde wurde moderiert von Xenia Lorenz-Rebers, die gleich zu Beginn die Worte des Orthopäden mit Fakten untermauerte: Alle 30 Sekunden erleide im europäischen Raum ein Mensch einen osteoporosebedingten Knochenbruch; rund acht Millionen allein in Deutschland seien von der Krankheit betroffen.
Solche Zahlen lassen auch die Krankenkassen nicht ruhig. Karin Jöhring von der IKK erläuterte die Möglichkeiten, im Falle einer Osteoporose aktiv zu werden. Wer allerdings wissen wolle, welche Knochendichte sein Körper aufweist, müsse diese Messung aus eigener Tasche bezahlen. Was aber angesichts der Kosten für eine Monatsration Zigaretten minimal sei, meinte Heiner Woltering. „Nikotin und Alkohol sind wichtige Risikofaktoren“, sagte er.
Nicht nur der Arzt ist gefragt bei entstandenem Schaden. In der Borkener Selbsthilfegruppe tun Betroffene viel, um so lange wie möglich fit zu bleiben. Alfred Marruhn leitet die Gruppe und berichtete von den Aktivitäten des Verbandes. „Wir können miteinander reden, die Krankheit kennenlernen und auch Spaß haben.“ In Gronau soll ebenfalls eine Osteoporose-Selbsthilfe gegründet werden, bei deren Konstituierung im kommenden Monat er tatkräftig assistieren will.
Was aus Sicht der Ernährungsexpertin ratsam ist, erläuterte Doris Bierbaß. Kalzium spiele eine große Rolle, aber auch Vitamin D, das aus dem Tageslicht gewonnen werden könne. „Jeden Tag eine halbe Stunde ins Freie, das ist wichtig“, betonte sie. Außerdem mache es Sinn, beim Kauf von Mineralwasser auf den Kalziumgehalt zu achten. „Auch wenn die Mengenangaben recht klein gedruckt sind“, sagte sie, „so sind sie immer auf der Flasche vermerkt.“ Auf diese Weise könne jeder selbst etwas für seine Gesundheit tun.
Selbst aktiv zu werden, das riet auch Krankengymnast Hans Peters. Der leitende Physiotherapeut des St.-Antonius-Hospitals mahnte zur „richtigen Bewegung“, riet beispielsweise zu strammem Wandern. Auch er hält viel von Gruppen. Außerdem riet er zu leichten Übungen. Eine Übung, von Heiner Woltering angeregt, probierten die Zuhörer gleich aus.
„Tun Sie etwas für sich selbst“, fasste Xenia Lorenz-Rebers am Ende die Ratschläge zusammen. Der schleichenden Krankheit sei einiges entgegenzusetzen.
Experten aus verschiedenen Einrichtungen diskutierten am Montagabend im Pfarrer-Thiemann-Haus über die Osteoporose der Abend war zugleich Auftaktveranstaltung der Osteoporosewochen.Foto: -ps-
Ausstellung über Osteoporose im St.-Antonius-Hospital eröffnet / Infos über Prävention und Selbsthilfe
-rau- Gronau. „Knochenschule“ heißt die Ausstellung im Foyer des St.-Antonius-Hospitals. Knochenschule? Hört sich irgendwie an, als sei die Dokumentation nichts für zart besaitete Gemüter. Nur etwas für Hartgesottene ist sie aber ganz sicher nicht, die Ausstellung des Kneipp-Vereins, der Gleichstellungsstelle der Stadt Gronau, des Bundesselbsthilfeverbandes Osteoporose (BfO) NRW und der Vereinigte IKK.
Ganz im Gegenteil: In der Ausstellung, die bis zum 4. Mai zu den üblichen Geschäftszeiten des Antonius-Hospitals zu sehen ist, wird das Thema Knochenschwund auf vielfältige Weise behandelt. Die bunten Schautafeln, Grafiken, Bilder und Exponate klären nicht nur über medizinische Aspekte von Osteoporose auf, sondern bieten auch detaillierte Informationen über Prävention und Selbsthilfe.
Dass die „Knochenschule“, die vom BfO entwickelt wurde, im Antonius-Hospital Station macht, ist kein Zufall. Schließlich wird in dem Gronauer Krankenhaus am 9. Mai eine Osteoporose-Selbsthilfegruppe gegründet.
„Das Thema Knochen sollte uns alle angehen, denn schließlich tragen sie uns durchs Leben“, erklärte Bürgermeister-Stellvertreter Kurt Rehbein am Donnerstagnachmittag bei der offiziellen Eröffnung der „Knochenschule“. Xenia Lorenz-Rebers, im Antonius-Hospital für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, betonte: „Die Eigenverantwortung des Einzelnen wird immer wichtiger.“
Das konnte Dieter Debus vom BfO NRW nur bestätigen: „In vielen Fällen könnte Osteoporose durch Prävention vermieden werden.“ Man könne viel tun gegen Osteoporose, sowohl präventiv als auch therapeutisch. „Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, sich in Ruhe wichtige Informationen über Osteoporose zu holen und dieses Wissen für den Alltag nutzbar zu machen“, erklärte Kneipp-Geschäftsführer Bernd Ahlers.
Die Ausstellung „Knochenschule“ ist Teil der Informationswochen in Gronau zum Thema „Osteoporose und was Sie tun können“.
Nahmen schon mal Anschauungsunterricht in der „Knochenschule“: (v.l.) Bernd Ahlers (Kneipp-Verein), Xenia Lorenz-Rebers (Antonius-Hospital), Karin Jöhring (Vereinigte IKK), Kurt Rehbein (Bürgermeister-Stellvertreter), Edith Brefeld (Gleichstellungsbeauftragte) und Dieter Debus (Bundesverband für Osteoporose NRW). Foto: Aumüller