Kneippverein Gronau, Epe und Umgebung e. V.

WN 29.6.96

Wonach sich Venen sehnen: »Bewegung«

Kneipp-Venenhilfe-Wochen geplant

-sj- Gronau

»Krampfadern werden viel zu viel behandelt und viel zu wenig geheilt«, erklärt Dr. Ernst Altenpohl, der Präsident der deutschen Venen-Liga. Und das betrifft keine Einzelfälle: Venenerkrankungen sind eine Volkskrankheit, meint auch der Kneipp-Verein Gronau. Und da gerade die Kneipp-Güsse und Übungen eine gute Vorbeugung und Unterstützung für die Venen sind, knüpfte der Kneipp-Verein Gronau Kontakte zur Deutschen Venen-Liga, um im September die »Kneipp-Venenhilfe-Wochen« zu veranstalten. Auch die Innungskrankenkassen (IKK) Gronau wirken dabei mit.

»Die ersten Anzeichen für eine Venenerkrankung werden von den meisten Betroffenen nicht erkannt«, meint Ernst Altenpohl. Eine Schwellung, später eine Rötung und Schmerzen seien die Vorboten. Oft zögerten die Venenerkrankten, zum Arzt zu gehen – die Folge seien schwere Schäden wie das »offene Bein«. Rund 35000 Todesfälle durch Lungenembolien, die aus dem Venenbereich kommen, könnten zum größten Teil verhindert werden: »Das sind meist zu spät Behandelte«, kommentiert Altenpohl.

Aber auch über Behandlungsmöglichkeiten soll in den Kneipp-Venenhilfe-Wochen informiert werden. »Es gibt heute Spezialkliniken und Spezialisten, die neue Behandlungsmethoden kennen«, so der Präsident. Dadurch könnten schonende und kosmetisch günstige Therapien vermittelt werden, »manche Ärzte doktern zu lange mit Salben herum«.

Viermal so viele Frauen wie Männer sind von Venenerkrankungen betroffen – und die Krankenkassen geben jährlich zwei Milliarden Mark für die Behandlung aus. Ein Tag im Krankenhaus kostet in Gronau run 400 Mark: »Allein deshalb zahlt sich Vorbeuge immer aus«, erklärt Andreas Harmsen, Leiter der IKK-Geschäftsstelle Gronau. Wonach Venen sich sehnen: »Bewegung ist die beste Medizin«, so Dr. Altenpohl, Fernsehen als liebste Freizeitbeschäftigung und eine träge Lebensweise erhöhen das Risiko einer Venenerkrankung erheblich.

Die Eröffnungsveranstaltung findet am Montag (2. September) um 20 Uhr im PZG (Gesundheitsamt) mit einem Vortrag von Dr. Ernst Altenpohl statt. Während dieser Veranstaltung gründet der Kneipp-Verein einen Venen-Selbsthilfegruppe. Claudia Brenneisen von der Venen-Liga zeigt anschließend Übungen, mit denen Erkrankungen vorgebeugt werden kann. »Dazu muss man nicht ins Kneipp-Becken steigen«, erklärt sie.

Vom 5. September an wird in der IKK-Geschäftsstelle eine Ausstellung gezeigt. Am 19. September starten die Westfälischen Nachrichten von 17 bis 18 Uhr eine Telefonaktion mit Dr. Ernst Altenpohl, Andreas Harmsen und der Kneipp-Gesundheitspädagogin Sigrid Beier zum Thema Venenerkrankungen.

Und vom 30. September bis zum 2. Oktober macht der »Venen-Bus« der IKK in Gronau Station. Dort kann jeder seine Venen durchchecken, sein Risiko prüfen und sich beraten lassen.

© Kneippverein Gronau