
Gronau. Besondere Auszeichnung für den Gronauer Kneipp-Verein: Bernd Ahlers, 1. Vorsitzende des Kneipp-Vereins, und das Vorstandsmitglied Marion Rohloff-Hoff konnten jetzt anlässlich der Preisverleihung "NRW-Preis für Mädchen und Frauen im Sport" in der Staatskanzlei in Düsseldorf den 3. Preis entgegennehmen.

In einem festlichen Ambiente wurde diese Ehrung zum dritten Mal vom LandesSportbund NRW in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW verliehen.
Mit diesem Preis, der zugleich Bestandteil des Landesprogramms "Mehr Chancen für Mädchen und Frauen im Sport" ist, wird der Stellenwert der Arbeit der Frauen im Sport hervorgehoben. "Die Preisvergabe hat sich etabliert", so Sportminister Dr. Michael Vesper, "und wir werden weiterhin solche Projekte und Preisverleihungen fördern, um den Frauensport voranzubringen."
In diesem Jahr wurden sowohl sportwissenschaftlich innovative Arbeiten zu dem Thema "Mädchen und Frauen im Sport" als auch besonders herausragende Leistungen als frauenfreundlicher Sportverein gewürdigt.
Der Preis wurde von Minister Dr. Vesper und der Vizepräsidentin des LSB NRW, Ingrid Fischer, an die Vertreter des Kneipp-Vereins Gronau übergeben. Maren Meinert, Weltmeisterin mit der 2003 erfolgreichen Fußball-Frauennationalmannschaft, sprach die Laudatio für den Verein.
Kneipp-Gronau bietet ein besonders vielfältiges Sportangebot, neben bekannten Individual- und Mannschaftssportarten auch Trendsport (nicht nur für Frauen) an. Doch insbesondere Frauenthemen werden in Gronau groß geschrieben, denn 95 Prozent der 1500 Besucherkontakte mit dem Verein sind weiblich. Über die Stadtgrenzen hinaus haben verschiedene Veranstaltungen, wie Aktions- und Breitensporttage, Lokale Agenda und Frauensporttage dem Verein inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad verschafft. Den speziellen Problemen von Frauen - zum Beispiel unter dem Aspekt von Gewalt gegen Frauen - wird in Kooperation mit der Polizei mit Hilfe von Selbstbehauptungskursen entgegengetreten. Die Bedürfnisse und Erwartungen der Frauen werden durch verschiedene Maßnahmen wahrgenommen und gelöst. So werden Probleme beim Sport wegen fehlender Kinderbetreuung erfasst und bestimmte Sportangebote so terminiert, dass Mütter von Kindern auch ohne zeitliche Probleme an diesen Kursen teilnehmen können.
Auch im politischen Bereich engagiert sich der Verein: Seit 1998 gibt es eine kontinuierliche Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Gronau. Neben der Planung von gemeinsamen Aktionen stehen Erfahrungsaustausch und Reflexion im Vordergrund der Arbeit.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Integration von Migrantinnen in die Vereinsarbeit. Ein Netzwerk aus Flüchtlingsberatung, Gleichstellungsstelle und Kneipp-Verein soll für eine gute Zusammenarbeit von deutschen und ausländischen Mitbürgern/Innen, den Abbau von Vorurteilen und ein friedliches Zusammenleben sorgen.
Die Auszeichnung ist mit 500 Euro dotiert, die der Kneipp-Verein in neue Angebote investieren will.