
"Kneipp-Verein ist eine gute Adresse in Gronau"
Schönes Geburtstagsgeschenk: Lob von Ministerin
-cv- Gronau. Bärbel Höhn kam, sah, schnappte sich einen Luftballon und ließ ihn kreisen im Takt der Musik. Hoch, runter, hinter dem Rücken, über dem Kopf. Als I-Tüpfelchen legte sie mit dem Bürgermeister ein Luftballon-Tänzchen hin. Die Landesumweltministerin war prächtiger Laune, weil der Kneipp-Verein ihr auf seiner Geburtstagsfeier am Mittwochabend in bester Manier und ganz ohne Rücksicht auf das Protokoll vor Augen führte, was er unter ganzheitlicher Gesundheitsbildung versteht. Die kleine Entspannungsübung für Körper und Seele, eingestreut ins Festprogramm, schuf eine "gesunde" Atmosphäre, machte locker und zufrieden.
Einen bessere Vorbereitung für ihren Festvortrag hätte die Hauptrednerin des Abends selbst nicht wählen können, ging es doch auch in ihrer Rede um "ganzheitliche Ansätze" in Gesundheits-, Umwelt- und Agrarpolitik, um effektiven und bewussten Umgang mit Ressourcen und präventive Maßnahmen, mit denen jeder Einzelne für sich und seine Umwelt Gutes tut.
Kneipps Ansichten sind der Ministerin sympathisch, weil sie einfache Wahrheiten verkünden und "einfache Lösungen bieten". Vorbildlich für Problemstellungen auch jenseits des Gesundheitsbereiches. Das war der Grund, warum sie überhaupt die Einladung zur Geburtstagsfeier eines mit 130 Mitgliedern vergleichsweise kleinen Vereins angenommen hatte, noch dazu, da es sich erst um einen 10. Geburtstag handelte. Der Kneipp-Verein, lobte Höhn, sei eine "gute Adresse in der Stadt Gronau, ein belebendes Element". An Bürgermeister Holtwisch gerichtet, sagte sie: "Herzlichen Glückwunsch zu diesem Verein!"
Dabei war dieser 1993 ganz, ganz klein angefangen. Mit gerade einmal zwei Mitgliedern und ohne großen Zuspruch von außen. Den schweren Jahren folgten bessere: "Wir haben unseren roten Faden gefunden", bilanzierte Kneipp-Vorsitzender Bernd Ahlers vor rund 250 Gästen. Die Vereinsarbeit sei inzwischen sehr erfolgreich, für die Zukunft habe man die Weichen gestellt. Den zahlreichen Weggefährten, Kooperationspartnern und Mitgliedern dankte er für die "Unterstützung beim Gehen neuer Wege in der Vereinsarbeit".
"Danke sagen" war überhaupt das Leitmotiv des Abends. Der Kneipp-Verein wollte sich mit einem bunten Programm erkenntlich zeigen bei allen, die ihm über Jahre die Treue gehalten haben. Ein besonderes Geschenk an die Geburtstagsgäste war sicherlich der Auftritt von Kabarettistin Ute Lutzke, die die Arbeit des Kneipp-Vereins Gronau-Epe satirisch unter die Lupe nahm, von ihren ersten Kneipp-Erlebnissen berichtete ("Wonach sich Venen sehnen") und allen Unwissenden ein Bustier erklärte ("Damit dich der Busen beim Hampeln nicht aus’m Takt bringt")
Interessant auch der Einblick in die Kneippsche Kursarbeit - eine Gruppe demonstrierte, wie man mit viel Spaß fit werden kann. Die zahlreichen Grußworte kamen dagegen weniger elanvoll daher, hatten aber eine bemerkenswerte Parallele: Jeder Redner bezeugte ehrlichen Respekt vor der Leistung des Kneipp-Vereins. Bürgermeister Holtwisch lobte die "qualitativ hochwertige Arbeit", Georg Zurhausen, Präsident des Kreissportbundes, "ein vielseitiges Angebot, wie es selbst in den größten Vereinen im Kreis selten zu finden ist". Und: Der Kneipp-Verein sei der einzige Verein im ganzen Kreisgebiet mit einem Qualitätsmanagement.
Günter Puhe, Vorsitzender des Kneipp-Landesverbandes, würdigte Bernd Ahlers als "Motor" der Kneipp-Bewegung - in Gronau, aber auch im Landesverband. Werner Hölscher (Stadtverband für Leibesübungen) verlieh dem Kneipp-Verein die Prädikate "zeitgemäß" und "innovativ". "Der Kneipp-Verein", so Hölscher, "ist aus dem Gronauer Vereinsleben nicht wegzudenken."
Die Arme hoch: Bärbel Höhn und Bürgermeister Holtwisch beteiligten sich elanvoll an einer Entspannungsübung für Körper und Seele.
Fotos: Voß
Kneipp-Vorsitzender Bernd Ahlers dankte NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn für ihren Festvortrag.


Kneipp mal anders: Kabarett mit Ute Lutzke.
